Portrait

Cornelia war nicht mal 6 Jahre alt, als sie ihre Schwester Barbara energisch
auf falsche Akkordeon-Töne beim Üben aufmerksam machte.
Sofort sang sie ihr die "richtigen" Töne vor. Da die Eltern auch sehr gern sangen, gab es öfters Hauskonzerte mit Kinder- und Volksliedern, später kamen auch Schlager dazu. Die vier Jahre ältere Schwester begleitete den Gesang auf dem Akkordeon und sang die 2. Stimme.

Man wurde auf die beiden Mädchen aufmerksam und lud sie zu den verschiedensten Familienfeiern als musikalische Überraschung ein. In der Umgebung hießen sie nur noch "Geschwister Vogt", später die "Fischbacher Spatzen". Es folgten dann auch sehr erfolgreiche öffentliche Auftritte
in weiterer Entfernung von zu Hause, wobei die beiden immer mal in der Schule fehlten. Aber da gab es keine Probleme: beide zeigten sehr gute Leistungen im Unterricht.
 Auch von den Eltern bekamen sie jede Unterstützung.
1971 wurde leider nur eine der beiden zum Gesangsunterricht in die Musikschule Bad Salzungen aufgenommen. So erhielt Cornelia eine klassische Gesangsausbildung sowie Klavier- und Gitarrenunterricht.
Barbara widmete sich ihrer Familie und dem Beruf. Schon nach kurzer Zeit wurde Cornelia oft für große öffentliche Auftritte mit dem Staatlichen Orchester Bad Salzungen eingesetzt.
Auch bei Auftritten als "Schlagersängerin" in einer Band sammelte sie schon als 14Jährige Berufserfahrung.
Damit der weitere Unterricht in der Musikschule gesichert war, lernte sie in einem Betrieb ihres Heimatortes den Beruf des "Wirtschaftskaufmanns". Sie nahm u. a. an verschiedenen Gesangswettbewerben teil und errang viele Medaillen und Auszeichnungen.

Mit 18 Jahren, genau im passenden Alter bewarb sie sich an der Hochschule für Musik "Franz Liszt" Weimar für das klassische Gesangsstudium, das sie nach 5 Jahren mit dem Diplom abschloss. Es gab mehrere Theater-Intendanten, die großes Interesse an Cornelia zeigten.
Inzwischen trug sie den Namen "Schubert", ihr Ehemann schloss ebenfalls 1984 sein Studium ab. Deshalb fiel die Wahl des jungen Paares auf den gemeinsamen Arbeitsort Cottbus.
Hier fand Cornelia ein Ensemble ähnlich einer Großfamilie vor, dessen Hilfe und Unterstützung sie sich sicher sein konnte. Sie bekam viele wunderbare Rollen als Soubrette und Koloratur-Sopran, wurde von ihrem damaligen Operndirektor behutsam gefördert und eingesetzt und fühlte sich im Kollegenkreis sehr wohl. 1987 und 1991 wurde ihre Mini-Familie um ein Mädchen und einen Jungen erweitert - nun war das Glück vollkommen! Nach kurzer Pause folgten wieder neue interessante Rollen im Theater.

Doch nach der Wende und der "Deutschen Einheit" änderte sich Vieles ... - auch die "Chemie zwischen neuen Kollegen und Vorgesetzten", so dass Cornelia nach 15 Jahren Zugehörigkeit das Cottbuser Staatstheater verlassen musste.
Das Jahr 1999 war für sie ein schweres Jahr mit vielen kleinen und großen Sorgen und einer Neuorientierung. Mutig absolvierte sie in "2 langen Jahren" eine Berufsausbildung zur Bürokauffrau. "Im Prinzip ist das die Arbeit eines Wirtschaftskaufmanns mit Computerkenntnissen", stellte sie hinterher fest,
"bloß viel komplizierter als früher!" Seitdem unterstützt sie ihren Ehemann im Büro seiner Firma.


Aber ohne die Musik kann sie nicht leben! Nebenbei hat sie sich weiter entwickelt und ihr Repertoire vergrößert. Sie bietet nun vielfältige Programme mit Moderation an.
Besonders gern tritt sie bei Senioren-Veranstaltungen auf, weil die ältere Generation freundlich, aufmerksam und dankbar ist und die Leistungen achtet. "Was gibt es Schöneres für einen Künstler, wenn er mit ein paar Liedern, Gedichten oder Erzählungen den alten Menschen ein Lächeln und glückliche Augen ins Gesicht zaubern kann, so dass sie für ein paar Momente Traurigkeit, Einsamkeit oder Krankheit vergessen. Das bestätigt die Notwendigkeit meiner Auftritte" sagt sie und zeigt den dicken Ordner mit Dankesbriefen ...